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Von den Winterspielen

Schon drei Jahre zuvor (1922) hatten die ersten so genannten „Winterkampfspiele“ in Garmisch-Partenkirchen stattgefunden, an denen sich Wettkämpfer aus Österreich, Böhmen und Deutschland beteiligt hatten. Zu den ersten Olympischen Winterspielen 1924 in Chamonix war Deutschland nicht zugelassen worden wegen der Schuldzuweisung am Ausbruch des Ersten Weltkriegs. Deshalb beschloss man, 1926 eigene Winterkampfspiele zu veranstalten. Die bestehenden Wintersportverbände konnten sich aber nicht auf einen einzigen Austragungsort einigen, und man entschloss sich schließlich, diese Winterspiele 1926 auf drei verschiedene Orte zu verteilen, nämlich Garmisch-Partenkirchen, Triberg und Titisee.


Im Oktober 1926 tagte in Titisee die Vertreterversammlung des DSV, und man übertrug Titisee die Ausrichtung und Durchführung der Wettkämpfe im Eisschnelllauf, Eishockey, Eisschießen und Rodeln, wohl auch beeindruckt durch die von Titisee 1924 und 1925 so erfolgreich durchgeführten Veranstaltungen. Diese „Deutschen Wettkampfspiele“ wurden am 23. Und 24. Januar 1926 auf dem neuen Eisstadion ausgetragen und vor 4500 Zuschauern zu einem großartigen Erfolg. Deutsche Rekorde im Eisschnelllaufen über 3000 m (5:43 Min.) und 500 m (49,3 Sek.) wurden aufgestellt, und die besten deutschen und österreichischen Eiskunstläufer zeigten ihre Künste. Im Eisschießen belegte die Mannschaft aus Titisee den zweiten Platz vor dem Berliner Eislaufverein.


Sofie Enderle, Deutsche Meisterin im Rennrodeln 19

Sofie Enderle wurde in 1:47,1 Minuten im Rodeln Deutsche Meisterin vor Ida Winterhalder (1:49,1) auf der 1500 m langen Rodelbahn Saig – Titisee.


Ein weiterer Höhepunkt der Winterspiele waren am 23. Und 24 Januar 1926 die Eishockeyspiele. Gegen den damals wohl stärksten deutschenVerein, den Berliner Schlittschuhklub unterlag der WSV Titisee mit 26:1 und gegen Stuttgart mit 6:1 Toren. 1929 spielte die Eishockeymannschaft von Titisee gegen Mannschaften von Schwenningen, Frankfurt und Zürich. In den 1930er-Jahren fanden auf dem Titisee publikumswirksame Eisrennen statt, an denen sich Rennwagen, Motorräder und sogar Sportflugzeuge beteiligten. Sie wurden jeweils im Februar vom Motorradklub Freiburg im Jahr 1931 und vom ADAC 1932 bis 1934 unter Mitwirkung des WSV durch die nationalsozialistische Partei die Eigeninitiative genommen, da er wie alle Vereine „gleichgeschaltet“, d. h. in eine NS-Organisation eingebunden wurde.


Seemer Eisschnellläufer 1926

Im Rahmen der Deutschen Heeresskimeisterschaften 1937/38 fanden in Titisee sowohl ein Eishockeyspiel als auch Gaumeisterschaften im Eiskunstlauf statt, bei denen sich auch der Freiburger Eislaufverein stark engagierte, die aber überwiegend von der Kurverwaltung organisiert wurden. Wegen der eingeschränkten Handlungsfähigkeit und weil zunehmend junge Leute fehlten, sah man im WSV keine Zukunftsperspektive mehr und beschloss in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am 4. Januar 1939 einstimmig, den WSV aufzulösen.


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